18. Spieltag | FC St. Pauli – SC Freiburg 2:2 | BRING BACK SANKT PAULI TO ME …

Samstag, 15. Januar 2011: Nach einer ziemlich kurzen Winterpause (die ich persönlich, obwohl ich jahrelang nicht einmal richtig aktiv an den Ball getreten habe, dringend gebraucht habe.  Die Verschnaufpause bestand für mich allerdings darin mal “emotional” ein klein bißchen runterzukommen. `Nen gewissen Abstand zu all den Geschehnissen im ersten Halbjahr Bundesliga mit LED-Leinwänden, nackter Haut an kaltem Metall,  der ein oder anderen sportlichen Enttäuschung und 15 besuchten Spielen in der Hinrunde).  Ich habe es ja schon in meinem “Jahresrückblick” geschrieben, dass ich mit der Bundesliga und dem ganzen Drumherum, aber auch mit der Entwicklung beim FC St.Pauli und der aufkommenden Kommerzialisierung so meine Probleme habe. Demnach hielt sich meine Vorfreude auf das erste Spiel der Rückserie gegen den SC Freiburg auch lange Zeit in Grenzen. Während ich in den letzten Jahren dem Rückrundenauftakt immer entgegengefiebert habe, hätte die Winterpause in diesem Jahr ruhig noch 3 Wochen länger dauern können. Das runde Leder am Wochenende habe ich gar nicht so wirklich vermisst!

Mit dem Aufruf der Sozialromantiker und der geplanten Aktion mit dem Jolly Rouge beim Spiel gegen Freiburg vor einigen Tagen stieg die Vorfreude von Tag zu Tag allerdings immer mehr an.  Seit langer Zeit überkam mich wieder dieses Gefühl von einem Zusammenhalt in unserer Fanszene. Diesmal ging es darum GEMEINSAM für etwas zu kämpfen, was bei vielen von uns einen bedeutenden Platz im Leben eingenommen hat. Genau das ist es, was ich in den letzten Monaten immer mehr vermisst habe. Die Bereitschaft der Leute aktiv teilzunehmen, Flagge zu zeigen und den Verantwortlichen in der Führungsetage des FC St.Pauli zu zeigen, dass wir nicht nur zahlende Kunden im Stadion sind, die schön die Füsse still halten und alle Marketingaktionen unseres Vereins kommentarlos abnicken. Was in den letzten Tagen abging, hat mich persönlich richtig richtig stolz gemacht und ich hoffe, dass es nur der Anfang war. Auch in unserer Bezugsgruppe fand die Idee, Fahnen als Zeichen des “Widerstands” zu basteln, ziemlich schnell einen begeisternden Zuspruch. In solchen Momenten merke ich, warum ich mich genau für diesen Verein und sein Umfeld entschieden habe.

Leute um mich herum, die genauso denken und fühlen wie ich, wenn es um das “Wohlbefinden” unseres Vereins geht. Denen es  auf den Sack geht, dass der Verein inzwischen sämtliche Geldquellen ausschöpft um noch ein paar Euros mehr auf dem Konto zu haben. Gewisse Absprachen werden einfach nicht eingehalten – viel schlimmer noch, sie werden einfach ignoriert. Ich möchte nicht das MEIN Verein in absehbarer Zeit genauso agiert wieder jeder andere x-beliebige Club in der Bundesliga und seit dem Wochenende weiß ich, dass es Tausende gibt, denen es genauso ergeht.

Und selbst die Verantwortlichen des Vereins müssen nun erkannt haben, dass ihnen der Gegenwind eiskalt und ziemlich stark ins Gesicht bläst. Bin gespannt, ob die Herrschaften Meeske und Co. diese Bewegung weiterhin klein und unbedeutend reden …

Die Szenen im Stadion – gerade vorm Spiel – verdienen schlicht und einfach das Prädikat “Weltklasse”. Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen … Eigentlich hasse ich es ja sich selbst zu loben, aber das muss jetzt einfach mal sein. Eine unglaubliche Anzahl an roten Fahnen, Bannern, Mützen, T-Shirts etc. Einzelhändler aus Hamburg und Umgebung, deren Haupteinnahmequelle der Verkauf von Stoff und Textilfarbe ist, dürften in der letzten Woche Rekordumsätze verzeichnet haben. Ganz großes Tennis …

Das Einzige, was an zu einem perfekten Fussballnachmittag gefehlt hat, waren die 3 Punkte. Am Ende gab es ein enttäuschendes 2:2. Heute war definitiv mehr drin und diese 3 Punkte wären, auch aufgrund der Siege von Mönchengladbach und Stuttgart, so unheimlich wichtig gewesen. Aber leider schlagen wir uns immer wieder selbst durch individuelle Aussetzer.
Das ein Papis Cissé seit Beginn der Saison für den SC Freiburg die wohl effektivste Lebensversicherung darstellt und den Ball eigentlich aus jeder Lage ins Tor buchsiert, dürfte nun auch bei Ralph Gunesch angekommen sein. Nur leider etwas zu spät. Mir ist es bis heute immer noch ziemlich unbegreiflich, wie man diesem Mann rundum den 16er in den beiden besagten Situationen so wenig Aufmerksamkeit schenken kann.

Schön, dass unsere Offensive endlich mal wieder aus dem Spiel heraus getroffen hat. Ein wunderschöner Kopfballtreffer von Ebbers und Asamoah in bester Abstaubermanier. Die Jungs können es also doch noch. Spielerisch war es eines der besseren Leistungen von St. Pauli in der laufenden Saison. Wie gesagt, wenn man die individuellen Fehler endlich mal abstellen könnte, dann gewinnt man solchen Spiele auch mal recht souverän – ganz ohne Aufregung und schweissnassen Händen!

Fotos vom ROT-SCHWARZEN Millerntor und dem Spiel gegen Freiburg gibt´s hier:

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