Grubenlampe, Arbeitsschuh – Wismut Aue, Ich und Du!

Viertletztes Auswärtsspiel in dieser Saison und mein erster Reisebericht in dieser Spielzeit! Eine wirklich beeindruckende, aber ziemlich traurige Bilanz. Wenn die Fahrt nach Aue gestern nicht so unheimlich viel Spaß gemacht hätte (vielleicht mal abgesehen vom Endergbnis), dann hätte ich mir wahrscheinlich auch diesen Bericht gesteckt! Nun denn …

Auswärtsspiel in Aue – für mich eine absolute Premiere! Ich habe ja schon einige Fussballstadien in Deutschland gesehen, aber das von Wismut Aue gehörte bis zum gestrigen Tage nicht dazu! Und genau aus diesem Grund stand diese Auswärtsfahrt für mich vor der Saison schon ganz weit oben auf der Liste! Endlich mal wieder ´nen verranztes, baufälliges Stadion mit Tartanbahn betreten und einen kleinen “Hauch” von alten Zeiten genießen! Im Zeitalter von all den hochmodernen Fussballstadien ist sowas ja im bezahlten Profigeschäft zu einer absoluten Seltenheit geworden und bevor irgendeine Geldschleuder aus Nahost das Erzgebirge als neue Fussballhochburg erkennt und dem dort ansässigen Verein ´ne Allianzarena im Miniaturformat zwischen die Berge setzt *Ironie aus*, wollt ich mir das nochmal geben und es war definitiv die richtige Entscheidung.

Schon die Hinfahrt im Fanladen-Bus mit vielen bekannten Gesichtern war sehr angenehm und so kamen mir die knapp 7 Stunden, die wir für die Fahrt nach Aue gebraucht haben, auch gar nicht so lange vor! Nette Gespräche, Fachsimpeleien und der Wunsch die Auswärtsfahrt nach Dresden unter dem Motto “Märchenwelt” abzuschließen, sorgten für ordentlich Belustigung! Koksende Zwerge und so … ;)

Die letzten Kilometer zum Stadion mussten dann – völlig abseits von der Autobahn und uns bekannter Zivilisation – zurückgelegt werden. 25km quer durchs Erzgebirge, wo man zwischendurch doch wirklich das Gefühl bekommt, dass die Uhren dort um einiges langsamer ticken als bei uns. Was aber keineswegs negativ gemeint ist – hat nämlich auch seinen Charme! Am Stadion angekommen, wurde zumindest der erhoffte Eindruck der Spielstätte nicht enttäuscht – wie oben bereits erwähnt, richtig oldschool! Für einen ordentlichen und lautstarken Support nicht unbedingt geeignet, aber wat solls. Die frühlingshaften Temperaturen und die Sonne überm Erzgebirge ließen dann auch die Horrorvorstellungen, bei strömendem Regen und Minustemperaturen in diesem Block zu stehen, schnell vergessen.  Die Atmosphäre vorm Stadion und am Eingang empfand ich ebenfalls als sehr angenehm – so angenehm, dass unsere Fahne (nach Untersuchung auf irgendwelche verbotenen Utensilien) von der Ordnerin sogar wieder feinsäuberlich zusammengerollt wurde. Das kennt man im Osten der Region aber auch ganz anders …

Das Spiel selber könnte man defintiv in 2-3 Sätzen abfrühstücken! Für mich leider nicht nachvollziehbar, wie man sich von einer Mannschaft wie Aue, die in der ersten Hälfte defintiv 1-2 Klassen schlechter gespielt hat als wir, in den zweiten 45 Minuten so “einlullen” lässt und sich dieser spielerischen Magerkost anpasst! Wenn man dann fussballerisch schon irgendwie nicht mehr so wirklich will, dann sollte man doch zumindest aufpassen, dass man am Ende nicht mit komplett leeren Händen dasteht! Das Spiel gestern hat eigentlich nur die Entwicklung in den letzten Wochen unterstrichen. Von der Torgefahr und teilweise spielerischen Überlegenheit  aus der Hinrunde ist im Moment nicht wirklich zu sehen. Das Ganze sieht sehr verkrampft, schleppend und wenig durchdacht aus! Unsere Offensive wird Woche für Woche durcheinander gewürfelt und ist momentan ziemlich ungefährlich unterwegs. Unsere Aktivposten in der Hinrunde (Kruse und Bartels) hängen derzeit durch, Naki zeigt ein Null-Bock-Verhalten und Pliquett wird dann auch leider nicht mehr der Torwart, der mal ´nen Spiel entscheiden kann – wenn er eins entscheidet, dann in die andere Richtung! Vielleicht etwas hart ausgedrückt, ist aber leider so! Es gibt Torhüter, die halten das was man als Keeper im Profibereich halten sollte und darüber hinaus auch mal den Sieg fest. Und es gibt die Art von Fängern, die ebenfalls das Halten was man halten sollte, in den spielentscheidenen Situation aber auch gerne mal ´nen Aussetzer haben! Und zu dieser Gruppe zähle ich dann auch einfach mal Pliquett. Ich würde ihm ja wirklich mal gönnen, dass er für uns ein Spiel mit atemberaubenden Aktionen gewinnt, aber ich glaube nicht mehr daran. Ich bin eigentlich nur froh, wenn Tschauner bald wieder zwischen den Pfosten steht!

Die Niederlage gestern war dann auch ´nen herber Rückschlag in Sachen Aufstieg! Wobei – Aufsteigen will ich eh nicht! Wenn dann nur unter einer Bedingung – Relegation gegen Finks Wunschelf des Tages aus der Vorstadt! Das wären sämtliche Feiertage aufeinmal und ein Grund den Jahresurlaub komplett an einem Stück zu nehmen. Ach Gottchen, ich weiß gar nicht, was ich alles nach so einem Triumph anstellen würde – wenn Freiwillige gesucht werden um diese dämliche Uhr in der Arena abzuschrauben, dann halte ich auch den Akkuschrauber! Aber noch ist es ja nicht soweit – vielleicht finden die Rauten ja auch den direkten Weg ins Unterhaus ohne Relegation und so …

Die Rückfahrt nach Hamburg war dann nicht weniger amüsant als der Hinweg! Die Erkenntnis, dass eine warme Flasche “Schaddonee” bei dem einen oder anderen für einen kreativen Flash sorgt, wenn es um das Texten von neuem Liedgut geht, werde ich mir für die nächste Auswärtsfahrt definitiv merken! Ich pack dann auch 2 Flaschen ein. Außerdem durfte ich zum allerersten Mal in meiner Ich-reise-mit-dem-Fanladenbus-Geschichte einen Teil aus der Gewinnerkasse des Tippspiels mein Eigen nennen. Die Fragen hatten es in sich, aber das richtige Gespür fürs Ergebnis lag diesmal auf meiner Seite. Normalerweise tippe ich nie für die gegnerische Mannschaft, aber um eine reelle Gewinnchance zu haben, hätte sich nur ein 6:1 Kantersieg für St. Pauli angeboten …

In diesem Sinne – Grubenlampe, Arbeitsschuh – Wismut Aue, Ich und Du!

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4 Antworten auf Grubenlampe, Arbeitsschuh – Wismut Aue, Ich und Du!

  1. Pingback: 26.Spieltag (A) – Erzgebirge Aue | Übersteiger-Blog

  2. Einwechselspieler sagt:

    Hallo!

    Endlich ein Foto von dem “schlafenden Ärzgebirgs-Riesen” an der Bande :-)

    Gruß aus Osnabrück

    Einwechselspieler

  3. Herr Heftich sagt:

    Ich glaub, ich stand knapp rechts neben Dir… Siehe Bild 7 http://www.heikoheftich.de/?p=6282 ;-) Gestern RF war noch sehr schweißtreibend. Groetjes

  4. UmEsBeimNamenZuNennen sagt:

    Digga, wir wären ohne Pliquetts Fußabwehr nicht Derbysieger.

    Ein weiterer Gruß aus Osnabrück!

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