Von Dresden bis in Kosovo – immer wieder Dynamo!

Nach unserem vorletzten Spiel in Dresden (letztes Auswärtsspiel) der Saison, hab ich mir geschworen, keinen Fuß mehr ins Stadion von Dynamo Dresden zu setzen. Alle Klischees und Vorurteile, die man so im Laufe der Zeit gesammelt hat, werden hier ineinander vereint. Enrico und Cindy aus Zittau, gemeinsam in ihren Ostdeutschland Joggingpeitschen mit unzähligen Dynamo Schals ums Hand- und Fußgelenk – immer ´nen lockeren “Wessischwein” Spruch auf den Lippen oder die Einheitsgestalten mit leicht verbrannter Haut, die sich neben dem Gästeblock positionieren und deren rechter Arm so locker sitzt, wie die Schraube am Vorderrad meines alten Hollandesels. Ich brauch sowas eigentlich nicht mehr – sorgt nur für unfassbar schlechte Laune, fassungsloses Kopfschütteln und abgesehen davon, gab es aus sportlicher Sicht in Dresden eh noch nie was zu holen. Das Einzige, was ich bemerkenswert finde und worauf ich – zumindest supporttechnisch – manchmal etwas neidisch bin, ist der Heimblock von Dresden. Da ist schon ordentlich was los und man stelle sich mal vor, sowas hätte man am Millerntor! `Ne komplette Südtribüne voller Stehplätze, 8.000 bis 10.000 Leute, die ordentlich Krach machen – ach Gott, ich schweife ab … Unterm Strich gesehen, ist der Heimblock von Dresden allerdings kein schlagkräftiges Argument, um die Reise Richtung Osten der Republik nochmal anzutreten.

Aber hey – wenn man dann so ´nen nettes Angebot bekommt mit 2 guten Bekannten von der Gegengerade seine “Jungfernfahrt” mit einer vom Fanladen organisierten Bahnfahrt (mal abgesehen von den Sonderzügen) zu starten, dann kommt man schon ins Grübeln und schlägt dann letztendlich doch zu. So ging es am Sonntag morgen gegen 6.30 Uhr mit dem Eurocity straight durch Richtung Elbflorenz. Die Hinfahrt war sehr entspannt, mal abgesehen von einer ziemlich dämlichen sprachlichen Entgleisung eines Mitfahrers, die ihm allerdings ´nen ordentlichen Rüffel von offizieller Seite einbrachte und das auch vollkommen zu Recht.

Nach gut 4,5 Stunden empfing uns Dresden mit frühlingshaften Temperaturen und ´ner ordentlichen Portion Tageslicht! Und auch die uniformierten Herrschaften am Bahnhof passten sich dem Wetter an. Wolkenlos und strahlend blau gute Laune. Es gab freundliche Ansagen und man ließ uns sogar Richtung Bahnhofshalle laufen, um uns noch kurz mit Getränken einzudecken. In der Bahnhofshalle angekommen, musste ich mich allerdings nochmal kurz an die ganzen Klischees erinnern, die ich am Anfang dieses Textes erwähnt habe. Die ankommenden Regionalbahnen aus dem sächsischen Umland waren voller Enricos und Cindys und tatsächlich auch einigen Einheitsgestalten, aber ich wusste ja aus der Vergangenheit, was mich erwartet.

Also, schnell den Einkauf erledigen, Gesicht Richtung Boden und dann ab in den Shuttlebus und zum Stadion. Am Stadion selbst, war alles völlig entspannt. Sonne scheint sich tatsächlich positiv auf die Gemüter sämtlicher Personenkreise auszuwirken. Personenkontrollen sehr relaxt und auch das Ordnerpersonal, was sich vor 2 Jahren mit Thor-Steinar-Bauchtaschen und Szenekleidung in den Weg stellte, wirkte irgendwie wie ausgetauscht.

Neben dem Gästeblock selbst die erwartete Ansammlung von “Personen”, die sich eher mit der Darstellung von großen Hoden, Andeutung von Hitlerbärtchen und unkontrollierten Armbewegungen in Richtung Gästeblock austoben mussten, als IHRE SGD zu unterstützen. Das Spiel begann ziemlich zaghaft, mit wenig spannenden Torraumszenen. Tempo war ok, aber spielerisch noch Luft nach oben. Das änderte sich dann allerdings kurz vor der Halbzeit. Nach einer schönen Flanke von Trybull gelang Florian Kringe knapp 10 Minuten vor der Halbzeit die 1:0 Führung, die meines Erachtens auch völlig verdient war. Durch eine Unachtsamkeit und ein ziemlich schülerhaftes Verhalten in der Abwehr, schoss Dynamo noch kurz vor der Halbzeit den Ausgleich. Mit dem 1:1 gingen die Mannschaften in die Halbzeitpause und ich Richtung Bierstand …

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit markierte Halstenberg das 2:1 für uns – Marke “Tor des Monats”. Ein direkt verwandelter Freistoss mit ordentlich Wums im Knick versenkt. Danach pure Freude, Singen, Tanzen und freundliche Grüße Richtung Ronny, Danilo & Co. Was in Bielefeld noch in die Hose ging, sollte in Dresden diesmal nicht passieren. Die restlichen 40 Minuten bis zum Abpfiff stand St. Pauli sicher und souverän in der Abwehr und ließ nix mehr zu. Schindler hatte kurz vor Ende noch die dicke Chance zur endgültigen Entscheidung, scheiterte aber ein wenig kläglich.

Kurz danach war Feierabend und die 3 Punkte im braun-weißen Sack. Gute Laune im Gästeblock und bedröppeltes Abwandern direkt neben uns. Die Mannschaft holte sich für diese engagierte Leistung noch ihren verdienten Applaus ab, danach ging es ziemlich fix Richtung Bahnhof. Der Aufenthalt am Bahnhof und die 45-minütige Wartezeit auf den Zug zurück nach Hamburg war dann doch etwas unentspannt. Ronny, Danilo & Co. ebenfalls mit Wartezeit auf ihren abfahrenden Zug zurück ins sächsische Umland im Gepäck, ließen es sich nicht nehmen vom Bahnhofsvorplatz aus zu pöbeln und freundliche Einladungen zu einer körperlichen Auseinandersetzung in Richtung Bahngleis zu schicken.

Einem dieser Herrschaften (ein klein wenig übergewichtig – ich würde sagen 1x Höhe, 2x Breite) wurde das Ganze dann doch etwas zu bunt und er entschloss sich den wartenden Eurocity mal eben im Alleingang zu überfallen. Gefolgt von Zivilbeamten und einem Polizeihund setzte er auf dem benachbarten Bahnsteig zu einem beherzten Sprung ins Gleisbett an, unterschätzte dabei allerdings sein eigenes Können. Völlig überraschend einsetzende Schnappatmung und die Erkenntnis den Kampf gegen den eigenen Körper nicht gewinnen zu können, führten dazu, dass die Beamten ihn – Gott sei Dank – sicher und unversehrt zurück auf den Bahnsteig ziehen konnten. Dabei ging mal eben für kurze Zeit der Vollmond auf und seine Ostdeutschland Joggingbux schmiegte sich im besten Baggystyle um seine Hüften … Großer “Sport im Osten”! Hat ihm ausser großem Gelächter und ´ner bestimmt nicht ganz günstigen Anzeige wg. gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr mal so gar nix gebracht.

dresden

Kurz danach setzte sich der Zug in Bewegung. Die Rückfahrt war genauso entspannt wie die Hinfahrt, im Euro-City selbst wurde noch das tolle “Österreich-Special” der deutschen Bahn in Anspruch genommen und gegen 22 Uhr trudelten wir dann glücklich und zufrieden in Altona ein. Eine sehr schicke Auswärtstour … gerne wieder, aber nicht unbedingt nach Dresden!

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In eigener Sache …

Quelle: Blocknachbarn Sankt Pauli

Zum Heimspiel gegen Bochum möchten wir euch wieder ein paar neue Sticker präsentieren, die im Fanladen zu erwerben sind. Preis wie immer 1,50 Euro/Päckchen.

Zusätzlich noch eine kleine Ergänzung in eigener Sache: Unsere Box steht nunmehr seit gut ´nem 3/4 Jahr wieder regelmäßig im Fanladen. Die Sticker erfreuen sich großer Beliebtheit und wir freuen uns darüber, dass wir mit den Einnahmen bisher die ein oder andere Spende an unterschiedliche Projekte, den Fanladen oder Personen weiterleiten konnten. Leider ist es in der Vergangenheit so (seit ungefähr Anfang Dezember), dass wir feststellen müssen, dass der tatsächliche Geldbetrag in unserer Dose mit der Anzahl an verkauften Stickern nicht immer übereinstimmt. Leider schaffen wir es selten uns vor oder nachdem Spiel (gerade freitags oder montags) irgendwo hinzustellen und die Sticker persönlich zu verkaufen. Deshalb läuft das alles auf Vertrauensbasis, was bis vor einigen Wochen auch sehr gut funktioniert hat. Wir möchten niemandem was unterstellen, kalkulieren tatsächlich auch immer ein wenig “Verlust” ein, aber wenn dann 2x in Folge zwischen 50-70 Euro fehlen, dann ist das unschön. Zum einen fangen wir dann an draufzuzahlen, zum anderen bleibt halt weniger Geld um neue Sticker zu produzieren bzw. diverse Spendenbüchsen zu füllen.

Das es im “Aufkleberregal” im Fanladen manchmal etwas unübersichtlich aussieht, möchten wir nicht abstreiten. Dennoch, glauben wir, dass wir bisher alles versucht haben um unsere Sticker von anderen Gruppierungen (bsp. USP) zu trennen. Zum Spiel gegen Bochum werden wir nochmal versuchen die Box und vor allem die Gelddose etwas kenntlicher zu machen.

Und deshalb auch nochmal die Bitte an euch, wenn ihr Aufkleber kauft: In unserer Box steht eine WEISSE DOSE. Wenn ihr euch mit Stickern aus dieser Box eindeckt, dann schmeißt das Geld auch BITTE in diese Dose. Alle anderen Sticker außerhalb dieser Box, haben eigene Dosen, wo das Geld reinkommt. Auch müssen die Sticker nicht am Tresen im Fanladen bezahlt werden. Es wäre wirklich toll, wenn ihr darauf achten könntet.

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Sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bielefeld!

Neues Jahr, neues Glück! Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass mein Blog zu einer völligen “Karteileiche” mutiert ist. Letzter Eintrag datiert von Ende Oktober. Danach kam gar nix mehr. Sehr erschreckende Entwicklung, die schnellstens gestoppt werden muss. Vielleicht finde ich ja in den nächsten Monaten wieder mehr Zeit, mich regelmäßig und vor allem mütterlich um diesen Blog zu kümmern. Immerhin stehen tatsächlich ein paar Auswärtsspiele auf dem Plan und ein Besuch beim FC Sevilla, über die es sich bestimmt zu berichten lohnt.

Fangen wir mal mit unserem Rückrundenstart in Bielefeld an. Endlich mal sonntags auswärts, endlich mal keine elendig langen Fahrten quer durch die Republik, die mich vor allem in der Hinrunde davon abgehalten haben, meine ADK intensiv und regelmäßig zu nutzen. Aber so langsam merke ich, dass mich diese stundenlangen Busfahrten nicht mehr kicken. Maximal Frankfurt. Alles, was darüber hinausgeht, empfinde ich als unangenehm. Aber Bielefeld geht immer – kürzeste Auswärtsfahrt von Hamburg der Saison und ein Schritt zurück in alte Kindertage. Ganze 18 km trennt Bielefeld von dem kleinen Kaff, wo ich gelernt habe wie man ohne Stützräder Fahrrad fährt.

Diese Chance bietet sich halt nur einmal pro Saison und deshalb war schnell klar, daß die Fahrt Richtung Ostwestfalen schon am Samstag Vormittag beginnen musste. Muttern und Vatern durften einen bunten Haufen von 10 Leuten der Blocknachbarn Sankt Pauli, Breitseite und Budenknäuel Sankt Pauli begrüssen, die sich für 1 Nacht in ihr ruhiges Domizil zwischen Teutoburger Wald und Hermannsdenkmal “einzeckten”. Neben der grandiosen 0:3 Niederlage der Vorstadt gegen Tante Hertha im heimischen Wohnzimmer per Sky-Übertragung, wurde sich bei viel Detmolder Pilsener und großartigem Catering mit sämtlichen Leckereien und traditioneller lippischer Hausmannskost auf das Spiel in Bielefeld eingestimmt. Zu später Stunde durfte dann der heimische Garten für ein bißchen bunte Emotionen herhalten, was sich aber eher als “enttäuschende” Darbietung darstellte, da die beiden XXL Starklicht-Bengalfackeln nach Abbrennen der Zündschnur einfach mal gar nix machten. Sämtliche Improvisationen diesen Dingern doch noch etwas bunte Farbe und Rauch zu verleihen, scheiterten kläglich.

Einigermaßen ausgeruht und durch lippischen Pickert gestärkt, ging es am Sonntagmorgen dann zeitig Richtung Alm. Anreise und “Check-In” im Stadion alles ganz entspannt. Ab auf die Stehplätze und mit großer Vorfreude das Ende der fussballlosen Zeit entgegengefiebert. Vorm Spiel würdigten die Arminen auf Ihrer Tribüne den 800sten Geburtstag der Stadt Bielefeld, welcher in diesem Jahr stattfindet. Eine ziemlich gelungene Choreografie, wie ich finde.

Zum Spiel selbst: Tja, was soll ich sagen. `Ne gefühlte Niederlage, wa. 2:0 geführt, die Bielefelder eigentlich ganz gut im Griff gehabt, aber total vergessen den Sack endgültig zuzumachen. Hinten in den entscheidenen Situationen derbe gepennt und somit der Arminia noch 1 Punkt überlassen. Vom Spielverlauf her, geht das Unentschieden schon in Ordnung, wenn man den verschossenen Elfmeter der Bielefelder zu Beginn des Spiels und den Kopfball von Klos an den Pfosten Mitte der zweiten Halbzeit berücksichtigt. Dennoch war auf jeden Fall mehr drin, wenn man vorm Tor und bei Kontern einfach mal effektiver abschließen würde. Der letzte entscheidene Pass fehlt. Dennoch bin ich mit dem Start in die Rückrunde zufrieden und erfreue mich einfach an dem sehr schön herausgespielten 0:2 durch C. Nöthe. Die Mannschaft bockt. Man erkennt immer mehr Fortschritte und wenn die Jungs erstmal auf längere Sicht zusammenspielen, dann wird das was. Davon bin ich überzeugt. Aufsteigen will ich dieses Jahr eh noch nicht. Der HSV kommt nächste Saison eh zu uns und so ´nen Derbysieg in Liga 2 hätte was. :)

Am Samstag geht´s dann gegen Bochum und anschließend gibt es die fette 3-Jahres-Sause unseres Fanclubs. Wird ´nen feines Wochenende. Im Fanladen gibt es wieder ´nen fetten Batzen neuer Sticker von uns. 5 neue Motive – gleicher Ort, gleiche Box, gleicher Preis. Bei guter Laune kommen am Samstag nochmal welche dazu und wenn die Sonne scheint, dann gibts auch mal wieder ´nen Verkauf unter 4 Augen. In diesem Sinne – Die ganze Kurve singt und tanzt für dich …

Weitere Berichte zum Spiel:

Auswärtsfahrt nach Bielefeld – Phantomstadt?
FCSP vergibt in der Nachspielzeit den Auswärtssieg (Kleiner Tods FC St. Pauli Blog)
Fotos
Der Übersteiger berichtet
BSSP-Blog (mit Emotionen aus dem Garten …)

 

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In Gedenken an Robert Enke

Robert Enke

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Keine Tore gegen den Sandkasten, Refugees Welcome und glückliche Kinderaugen …

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Fotoquelle: (Ostblock Sankt Pauli)

Nachdem überraschenden, aber durchaus verdienten Auswärtssieg bei Greuther Fürth folgte am Freitag Abend im Heimspiel gegen den SV Sandhausen prompt die Ernüchterung. Anstatt sich mit einem Heimsieg in der oberen Tabellenregion festzusetzen und das Offensivspektakel aus der vorherigen Woche fortzusetzen, reichte es gerade mal zu einem wirklich ernüchternden und ziemlich enttäuschenden 0:0.

Obwohl der Gegner aus Baden-Württemberg jetzt nicht unbedingt das fussballerische Aushängeschild ist, war meine Vorfreude auf das Spiel doch ziemlich groß. Freitag Abend ist eigentlich eh immer ´nen Highlight, Aktionstage gegen Homophobie & Sexismus, Lampedusa Protestmarsch und Familienbesuch aus der Heimat.

Bis auf mein Patenkind, wurde die Familie komplett auf der GG untergebracht. Den “Kleinen” gleich mal wiederholt mit auf die Süd genommen, damit er die richtigen “Umgangsformen” im Stadion mitbekommt. Wie er schon vor ein paar Wochen selbst bemerkte und meinte: “Wenn ich mit Malte nicht zusammen im Stadion stehen kann, dann habe ich keinen Bock auf Fussball!” Klare Ansage, genauso muss es sein. Gerne hätte ich ihm ´nen Tor inkl. Torjubel gegönnt, aber sein persönliches Highlight sollte eh nachdem Spiel folgen (mehr dazu weiter unten im Text).

Zum Spiel selbst braucht man eigentlich gar nicht soviel schreiben. Das war leider nix. Die kompletten 90 Minuten plätscherten so dahin gegen einen Gegner, der irgendwie gar kein Fussball spielen wollte und eigentlich nur darauf aus war, hinten absolut dicht zu machen. Gab es überhaupt irgendwelche Offensivaktionen in den 90 Minuten von Sandhausen? Aber bevor ich anfange den Gegner hier schlecht zu reden, sollte man besser vor die eigene Türe schauen.

Dort lässt sich leider feststellen, dass wir in dieser Saison kein wirkliches spielerisches Mittel gegen Mannschaften finden, die sich hinten reinstellen, erstmal verteidigen und irgendwie darauf hoffen, aus dem Nichts heraus doch ´nen Tor hier erzielen zu können.

Das war gegen Bielefeld und Paderborn auch schon, nur mit dem Unterschied das diese beiden Mannschaft tatsächlich getroffen haben und die 3 Punkte mitnehmen konnten. Wenn man sich mal unsere Heimspiele in dieser Saison anschaut, dann sieht die Punktausbeute ja erstmal gar nicht so schlecht aus. In 7 Spielen gab es 11 Punkte. Klar, könnte mehr sein, aber eigentlich ok. Wenn man sich dann allerdings die bisherigen Leistungen am Millerntor anschaut, dann stimmt einen das doch etwas nachdenklich. Denn diese waren bisher alle eigentlich eher enttäuschend.

Auf den Rängen am Millerntor war am Freitag Abend ordentlich was los. Zum Aktionstag gegen Homophobie & Sexismus ein buntes Stadion mit vielen Bannern, Tapeten, Luftballons und einem wirklich tollen Spruchband der Mannschaft (Wie kann man nur Hassen, wenn Menschen sich Lieben). Respekt!

In der Halbzeit gab es dann Proteste gegen die widerliche Flüchtlingspolitik von Scholz & Neumann. Auch wir haben uns optisch an diesen Protesten beteiligt, mussten aber leider feststellen, dass es in unmittelbarer Nähe unseres Platzes auf der Süd Menschen gibt, die sich mit dieser Art des Protests NICHT anfreuden können. Ein kollektives Wegdrehen, Rummeckern und dumme Sprüche rauskloppen, wenn man die Herrschaften freundlich bittet doch mal ´nen Banner oder ´ne Tapete hochzuhalten, scheint dort gang und gäbe zu sein. Eine sehr enttäuschende Einstellung, wie ich persönlich finde …

Dennoch ist es schön zu sehen, wie geschlossen soviele Menschen zusammenstehen, protestieren und ihren Unmut gegenüber dem Verhalten von Innensenator Neumann und Bürgermeister Scholz in Hamburg äußern. Knapp 10.000 Menschen auf der friedlichen Demo nachdem Spiel, sprechen eine deutliche Sprache und zeigen was möglich ist.

Neben all diesen tollen Erlebnissen an diesem Tage, sollte das persönliche Highlight allerdings nachdem Spiel folgen. Der Wunsch meines Neffen nachdem Original-Trikot von Tschauner, wofür er glatt “seine Mudda” hergegeben hätte. Die Woche über wurde das Banner gepinselt, immer mit der bangen Frage im Hinterkopf, was denn wohl wäre, wenn er sie tatsächlich “opfern” müsste. Erste Zweifel am Wortlaut kamen auf und es wurden einige Alternativen erarbeitet, die aber keineswegs punkten konnten. Trotz aller Sorgen, konnte ich ihn dazu bewegen bei seinem ursprünglichen Vorhaben zu bleiben (immerhin hats in ähnlicher Weise mal zwischen mir & Señor Raúl “gefunkt”) und das Banner nachdem Spiel am Zaun zu platzieren. Mit großem Erfolg!

Tschauner kam tatsächlich Richtung Südkurve, erkundigte sich kurz nach seiner “Mudda” und drückte ihm sein Trikot in die Hand. Ich persönlich habe lange Zeit nicht mehr so glückliche Kinderaugen gesehen und möchte mich an dieser Stelle auch nochmal ganz herzlich dafür bei Philipp Tschauner bedanken. Diese Aktion war ganz groß und das Trikot wird definitiv den absoluten Ehrenplatz im Kinderzimmer bekommen. Das wir es nachdem Spiel am Spielerausgang noch persönlich signieren lassen konnten und es ein Erinnerungsfoto mit Tschauner gab, konnte an diesem Abend von rein gar nix mehr getoppt werden. Mehr geht einfach nicht! Danke!

Weitere Berichte zum Spiel, Bilder & Co. gibt es hier:

Ostblock Sankt Pauli – Sandhausen zu Hause
Übersteiger-Blog
Breitseite St. Pauli – Was bleibt ist eine große Demo und ein herzliches Dankeschön
Fotos und Bericht von Stefan Groenveld
Magischer FC – Das war viel
Blocknachbarn Sankt Pauli – Welcome Refugees

 

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