SUNDAY BORING SUNDAY …

Derbyzeit am Millerntor! Am Sonntag ist Hansa Rostock zu Gast und was dieses bedeutet, braucht man den Fans beider Vereine und darüber hinaus auch anderen Leuten nicht erklären. Normalerweise läuft man schon einige Tage (bei manchen bestimmt auch Wochen) im voraus heiß und kann seine Freude auf dieses Spiel definitiv nicht verbergen. Das ewige Nord-Ost-Duell, dass jedes Mal für ´ne Menge Emotionen auf dem Feld und selbstverständlich auch auf den Rängen sorgt! Ein volles Stadion, Emotionen, Leidenschaft und ´ne ordentliche Portion Rivalität. Sicherlich gab es in der Vergangenheit rundum das Spiel auch unschöne Szenen, aber die gibt es woanders auch. Sollte man jetzt nicht unter den Teppich kehren, aber auch nicht an die große Glocke hängen. Aus sportlicher Sicht bringt das Spiel am Sonntag ebenfalls ´ne Menge Brisanz mit sich! Hansa Rostock steht kurz vorm Abgang in die dritte Liga und wir haben (trotz einer mäßigen Rückrunde und dem Einbrechen von Paderborn und Düsseldorf) immer noch eine realistische Chance 2 Zusatzspiele nach Ablauf der Saison zu bekommen und Relegation zu spielen. Unter normalen Gesichtspunkten wäre es natürlich ein absoluter Traum, wenn wir am Sonntag die Kogge so gut wie versenken könnten, aber die Lust darauf ist mehr als getrübt! Auf dem grünen Rasen wird alles so sein wie immer, aber das ganze Drumherum wird einem Derby nicht im Geringsten gerecht!

Wie schon im März 2010 wird der Gästeblock dieses Jahr leer bleiben. Während damals unser ehemaliger Präsident C. Littmann entscheidenen Anteil an der Panikmache hatte, hat dieses Mal kurzerhand die Hamburger Polizei dem Verein untersagt, Eintrittskarten für dieses Spiel an Anhänger von Hansa Rostock zu verkaufen. Und siehe da die Staatsmacht ist tatsächlich damit durchgekommen. Der Einspruch unseres Vereins wurde abgelehnt und sowohl Verwaltungs- als auch Oberverwaltungsgericht gaben grünes Licht für dieses abstruse Vorgehen. Ein Novum im deutschen Fussball und was diese Entscheidung für unser Fan-Dasein in Zukunft bedeuten kann (wenn es als beschlossene Sache abgestempelt wird), mag man sich überhaupt nicht vorstellen. Nun entscheiden nicht mehr die Vereine oder der DFB, sondern die Polizei. Jedes Spiel, was zukünftig ein klein wenig Brisanz mit sich bringt, könnte (sofern es die Staatsmacht will) ohne gegnerische Fans stattfinden. Eine Horrorvorstellung für jeden Fan und defintiv das Aus für die Art von Fussball, die wir jahrelang erlebt und gelebt haben. Nun wird über unseren Köpfen hinweg entschieden, ob wir Spiele besuchen dürfen oder nicht – auch wenn wir uns bis dato immer brav benommen haben und niemals negativ aufgefallen sind! Alle in einen Sack und immer drauf. Eine ziemlich beängstigende und traurige Vorstellung. Für die Polizei hier in Hamburg ist es ein absolutes Armutszeugnis, dass sie nicht in der Lage ist, ein Fussballspiel mit 24.000 Zuschauern zu begleiten und Sicherheit zu gewähren! Gibt in Deutschland auch noch ganz andere Derbys mit dreifacher Anzahl an Zuschauern. Komischerweise gibt es dort keine Probleme. Wie hilflos die Staatsmacht allerdings reagieren kann, hat man ja bestens beim Schweinske-Cup erlebt!

Frage bleibt – war das so clever dieses Verbot so durchzuziehen? Ich glaube nicht. Verfolgt man das ganze Geschehen rundum dieses Spiel in den letzten Tagen in “Funk & Fernsehen”, dann dürfte sich die Polizei schön ins eigene Knie geschossen haben. Ich weiß nicht, wer solche Beschlüsse fasst, aber haben die allen Ernstes gedacht das so eine Aktion von Seiten der Fans einfach hingenommen wird? Wie verblendet kann man sein? Die Quittung für so einen Nonsens könnten die Edelritter in grün schon am Sonntag bekommen.

Die Fans von Hansa Rostock haben nämlich zu einer Demonstration unter dem Motto “„Demo auf Sankt Pauli – Blau-weiß-rot gegen polizeiliches Kartenverbot“ in Hamburg aufgerufen und wer die Anhängerschaft kennt, der weiß auch, dass sie ´ne Menge Leute mobilisieren können. Und erst recht, wenn sie gegen St. Pauli spielen! Ich würde es in der Tat begrüßen, wenn sich die Fans von Hansa im Rahmen dieser Demonstration auf das Wesentliche – nämlich dem eigentlichen Motto dieser Veranstaltung – konzentrieren würden und ihre Antipathie gegenüber St. Pauli mal ablegen könnten. Gleiches gilt natürlich auch für unsere Seite. Bei aller Rivalität hätten sie nun die Chance all ihre Kritiker und Hetzer eines Besseren zu belehren und den verblendeten Panikmachern zu zeigen, dass es auch anders geht! Sie machen es nicht nur für ihre eigene Fanszene, sondern für die gesamte Fankultur im deutschen Fussball. Für die Polizei dürfte es jedenfalls ´ne riesen Herausforderung werden, einen so großen und mit Sicherheit nicht gut gelaunten Mob zu begleiten und evtl. Reibereien zu verhindern. Stell ich mir auch um einiges leichter vor, als die Leute im Stadion zu beobachten. Aber war ja deren Idee … und was passiert eigentlich nach der Demo? Das Risiko, dass sich die Demo unkontrolliert auflöst und sich Leute quer im Viertel verteilen – um evtl. das Spiel zu gucken –  ist defintiv gegeben und dann möchte ich mal gucken, was passiert!

Und da so ein Derby ohne Gästefans auch nur halb so wenig Freude bringt, haben USP dazu aufgerufen dem Spiel ebenfalls fernzubleiben und gemeinsam auf dem Südkurvenvorplatz das Spiel übers Radio zu verfolgen. Eine gute und richtige Entscheidung. Ich gebe zu, dass ich nach wie vor immer noch hin-und hergerisen bin zwischen draußen bleiben und ins Stadion gehen, aber ich werde mich am Sonntag für die zweite Variante entscheiden. Mein Platz bleibt leer! Das die Polizei in Zukunft darüber entscheiden darf, wer ins Stadion kommt und wer nicht, kann einfach nicht sein! Damit dieses Prozedere keinen Einzug in unser Fan-Dasein erhält, darf man es nicht einfach so runterschlucken, sondern muss aktiv dagegen vorgehen. Das gilt übrigens auch für unseren “Medienfuzzi” Bönig. Ich glaube, der Typ hat es bis heute immer noch nicht kapiert, worum es hier eigentlich geht! Ansonsten sind seine Aussagen in der Morgenpost nicht wirklich zu verstehen. Mal gucken, ob er es kapiert, wenn er in Zukunft Winkzeichen und Küsschen in einen leeren Block verteilt. Manchmal ist es doch wirklich besser den Sabbel zu halten und sich um die Dinge zu kümmern, die man auch tatsächlich kann.

Weitere Infos findet man hier:
http://basch.blogsport.de/2012/04/18/wenn-das-der-frieden-ist-muss-man-den-krieg-nicht-noch-erfinden/

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Eine Antwort auf SUNDAY BORING SUNDAY …

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